Die Firma Nettbuss hat nun sehr zufrieden Zahlen vom 2011 veröffentlicht. Die Strecke Sarpsborg-Oslo-Sarpsborg wurde von über 300.000 Passagieren benutzt. Und zur Freude der Passagiere werden alle 35 Busse die auf den Timekspressen-Linien in bzw. nach Østfold verkehren nun wieder mit kostenlosem WLAN ausgestattet.
Für alle, die Tagebücher von den Busfahrten hier gelesen haben, sei angemerkt, dass am vergangenen Freitag Hecke wieder aufgetaucht ist.
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Busfahren
Mittwoch, 22. Februar 2012Eg æ i en A
Sonntag, 19. Februar 2012Ohne Dialekte wäre Norwegisch richtig angenehm. Obiger Satz entstammt einer Unterhaltung zweier Erstlässler auf Trøndersk, also in der Gegend um Trondheim. Die Antwort lautete so: Å, eg æ i en A óg. Übersetzt in für mich einigermaßen verständliches Norwegisch (bokmål) sieht das Gespräch so aus:
Jeg er i en A.
Å, jeg er i en A også. Und noch verständlicher wird es im Deutschen:
Ich bin in der 1A.
Oh, ich bin auch in der 1A.
Pilspisser
Samstag, 18. Februar 2012Ich war schon etwas verwundert als dieses Wort in meinem Augenwinkel auftauchte. Wieso dieses (ungewöhnliche) deutsche Wort in einem norwegischen Artikel und dann auch noch über die Bronzezeit.
Als mir das Wort dann genau in die Augen fiel, entdeckte ich meine Fehltrennung. Es waren Pfeilspizzen (pil-spisser).
Postgirobygget
Mittwoch, 15. Februar 2012
Das Postgirobygget (links) wurde im Jahre 1975 gebaut, hatte 19 Etagen und war 80 m hoch. In ganz Norwegen war man sich einig, dass dies nicht nur das höchste sondern auch das hässlichste Gebäude des Landes ist. Damals noch mit ganz glatten Wänden. Immerhin hat sich sogar ein Band nach dem Haus benannt.
Im Jahre 1990 wurde in der Nachbarschaft das 117 m hohe Oslo Plaza gebaut. Entra Eiendom kaufte das Postgirobygget 2001 für 530 Mio. Kronen und schrieb einen Architekturwettbewerb aus, um das Haus zu einem modernen Bürogebäude umbauen zu lassen. Die Firma HRTB gewann mit ihrem Entwurf “Veränderung” und 2003 wurde das Haus renoviert und in Posthuset umbenannt. Bei dem Umbau wurde das Gebäude in zwei Türme mit einer schmaleren Verbindung geteilt und bekam sieben zusätzliche Stockwerke, sodass es nun 111 m hoch ist.
Individuelle Arbeit
Donnerstag, 09. Februar 2012Der Perfektionismus der Norweger findet international Anerkennung. Der Spiegel berichtet am Rande darüber und ein aufmerksamer Blogleser hat mir diese Randnotiz diskret zugespielt. Es geht um ein norwegisches Schullehrbuch für die Deutsche Sprache. Aufgabe 11a in diesem Buch schickt die Schüler auf Adjektivsuche:
Individuelle Arbeit. Seht Euch die Fotos von den Lehrern an. Wie sind diese Lehrer? Findet für jeden Lehrer 3 Adjektive, die zu ihm passen.
Dann kommen die Fotos der drei Lehrer, die hier Herr Salz, Frau Kramer, Herr Ohl und Frau Kräusel genannt wurden. Statt nun irgendwelche Fotos zu nehmen, wollten die Norweger unbedingt Fotos von Deutschen haben. Da man keine Lehrerfotos fand, griff man einfach zu Politikern und vielleicht wurden bei den Grünen die besseren Lehrer vermutet. Im Schulbuch wurden die Lehrer jedenfalls mit diesen Fotos besetzt:
Herr Salz – Reinhard Bütikofer
Frau Kramer – Renate Künast
Herr Ohl – Hans Christian Ströbele
Frau Kräusel – Katja Husen.
Überflüssige Busfahrdetails IV (Schluss)
Mittwoch, 08. Februar 2012Dienstag 17.1.
Es ist Dienstag und trotzdem entdecke ich um 5.07 Uhr wieder einen Unbekannten in der Schlage. Er steht hinter dem Ersten und Eule und noch vor Høpner. Die hinteren Sitzreihen sind leer und ich so kann ich wieder meinen Platz in der vorletzten Reihe einnehmen. Am Pendlerparkplatz an der Autobahn steigt neben dem Sportler und Heidi auch der Haldenmann ein. Bus verpasst und hinterher gefahren? Er setzt sich eine Reihe vor mir und ich entdecke, dass sein weißes Kissen wesentlich größer ist als ich dachte.
Im vergangen Jahr war Törtchen schon von weitem gut an ihrem gigantischen roten Kissen zu erkennen. Allein wegen des Kissens war sie immer mit mittelgroßer Reisetasche unterwegs. Anfang Januar ist sie auf eine aufblasbare Nackenstütze in langweiligem Grau umgestiegen. Törtchen, die vorsichtig ausgedrückt, auf ihr Äußeres bedacht ist, bekam ihren Namen in zwei Etappen. Zunächst Torte nach der von der Blankenfelder Boogie-band eingedeutschten Version des Liedes You´re sixteen – you´re beautiful. Dort heißt es: „Du läufst hier rum wie ´ne Torte, übelste Sorte. Alle die Dich sehn bleiben stehn …“ und von dort war es nur noch ein kleiner Schritt zum Spitznamen Törtchen des Poppers, der in der Lehre neben mir saß.
Während wir an der beleuchteten Soli-Kirche vorbeifahren, springt plötzlich der Sportler auf, eilt zum Busfahrer und bittet ihn das Licht auszumachen. Was umgehend geschieht. Oslo erreichen wir kommentarlos um 6.21 Uhr.
Auf der Rückfahrt erzählt der Haldenmann etwas von einem verpassten Bus, setzt sich in die Reihe vor mir und fragt mich vor dem Sitzzurückklappen, ob das in Ordnung ist. Ich hatte mich bereits in ein Buch vertieft und war ziemlich verwirrt ob der plötzlichen Kommunikation. Immerhin war es ja über ein halbes Jahr auch ohne gegangen. Verstehe nun besser, warum die (Bus-) Norweger lieber nichts sagen.
Mittwoch 18.1.
Um 5.07 Uhr komme ich bei warmen -1 Grad als zweiter zum Busbahnhof. Vor Weihnachten war ich mal alleine am Busbahnhof und der Bus kam auch noch leer aus Halden. Da befürchtete ich schon, einen Wochenendtag erwischt zu haben. Aber an den nächsten Haltestellen strömte das Volk. Wir waren dann zu sechst im Bus auf dem Weg nach Oslo. Heute sind es mindestens zehn, aber viele der Standardmitfahrer fehlen.
Spätestens eine halbe Stunde nach Abfahrt wird die Heizung abgestellt. Das ist für das Wohlbefinden des gemeinen Norwegers möglicherweise notwendig, meinem Wohlbefinden ist es eher abträglich. Ankunft in Oslo um 6.22 Uhr bei -4 Grad (außen).
Freitag 20.1.
Gestern hatte ich zwei ruhige Busfahrten in ziemlich leeren Bussen. Die Norweger befinden sich anscheinend im Winterschlafmodus.
Ich erreiche den Busbahnhof zusammen mit dem Bus um 5.08 Uhr. Eine Frau steigt aus und es sitzt nur noch ein Mann im Bus. Ich habe mal gesehen, dass er in der Auskunft im Osloer Busbahnhof arbeitet. Der Erste, Eule und ich steigen ein.
Ich lese ein Sonderheft des Rolling Stone zu den Beatles Alben und deshalb höre ich einiges zu diesm Thema, hauptsächlich Coverversionen. Heute ist es die Platte „Celebrating the Eggmann“. Independentbands der DDR huldigen John Lennon – wenig schlaffreundlich das Ganze.
Ankunft um 6.22 Uhr bei -8 Grad. Der Fahrer, ich nenne ihn Olaf und weiß überhaupt nicht wieso, entlässt uns mit den besten Wünschen für den Freitag und das Wochenende.
Überflüssige Busfahrdetails III
Dienstag, 07. Februar 2012Mittwoch 11.1.
Ich erreiche den Busbahnhof um 5.08 Uhr. Der Bus steht bereits da, leider ohne Hecke, den ich so taufte, weil es so aussieht als würde er auf dem Weg zum Busbahnhof aus einer Hecke kommen.
Ich setze mich zwei Reihen vor den Haldenmann und beim Klang von McCartneys Ballett Oceans Kingdom kann ich gut ruhen. Da macht es gar nichts, dass überraschenderweise am Flughafen noch jemand zusteigt.
Um 6.26 Uhr sind wir in Oslo.
Donnerstag 12.1.
Ein ganz normaler Morgen. Um 5.07 Uhr kommen der Bus und ich am Busbahnhof an. Der Erste, Eule und Høpner warten schon, der Haldenmann sitzt auf meinem Platz und ich zwei Reihen vor ihm. Am Flughafen steigt jemand zu, aber das ist seit gestern nicht mehr ungewöhnlich. Die Fahrt ist ruhig, im Bus ist es angenehm warm und ich freue mich auf morgen. Da werde ich zu Hause arbeiten und erst aufstehen, wenn der Bus gerade in Oslo ankommt.
Heute kommt er um 6.24 Uhr an und der Busfahrer bedankt sich für die Fahrt.
Montag 16.1.
Um 5.08 Uhr sehe ich meine Theorie bestätigt, dass Høpner montags nicht mit dem frühen Bus nach Oslo fährt. Mehr lässt sich aus seiner Abwesenheit leider nicht folgern. Arbeitet er zu Hause oder hat er nur eine Teilzeitstellung? Hinter dem Ersten hat sich mal wieder ein Unbekannter in die Schlange geschlichen. Montags und freitags sind die Tage mit der größten Unbekanntenhäufigkeit.
Ich setze mich wieder zwei Reihen vor dem Haldenmann und mache mich gleich zur Morgenruhe fertig. Anna hatte mit ausgiebigem Weinen meine Nachtruhe nicht unerheblich verkürzt und irgendwann nicke ich dann tatsächlich ein. Oslo erreichen wir um 6.22 Uhr.
Überflüssige Busfahrdetails II
Montag, 06. Februar 2012Freitag, 6.1.
Erreiche den Busbahnhof um 5.06 Uhr und reihe mich in die recht übersichtliche Schlange ein. Hinter dem Ersten steht – mit vier Metern Abstand – nur noch Eule, eine frau mit recht dominanter Brille. Aus dem Bus, der aus Halden kommt, steigt eine Frau aus und es verbleibt nur noch ein Fahrgast im Bus, der genau auf MEINEM Platz sitzt. Ich nenne ihn den Haldenmann und streng genommen ist es wohl sein Platz, da er schon länger als ich mit dem Bus fährt.
An der Autobahn steigt der Sportler zu. Er legt die Strecke vom Einstieg zu seinem Platz im hinteren Teil des Busses mit einer Geschwindigkeit zurück, die seinen Weg unsichtbar machte. Nennt man das beamen? Ich verzichte heute auf das Musikhören und versuche zu schlafen, was teilweise gelingt. Im Bus ist es angenehm arm – vielleicht weil es draußen so kalt ist.
Ankunft in Oslo um 6.25 Uhr.
Montag 9.1.
Um 5.07 Uhr treffe ich zusammen mit dem Bus auf dem Busbahnhof ein und steige hinter dem Ersten und Eule in den Bus ein. Hecke kommt gleich nach mir, während Høpner weiterhin fehlt. Krank? Høpner erinnert mich dunkel an Höppner, den ersten Fanbeauftragten den FC Hansa ab 1990 hatte. Nach Lektüre des Buches „Die Tagelöhner“ des Dänen Hans Kirk würde Höppner zu Høpner skandinavisiert.
Mein vorsichtiger Versuch in der vergangenen Woche bei minus drei Grad einen Trend zum Tragen von Mützen auszulösen, scheint nun bei minus 8 Grad Erfolg zu haben. Überraschenderweise tritt der sonst spärlich bekleidete Hecke fast vermummt auf. Mein Platz ist heute ungefährdet, nicht einmal in der Nähe sitzt jemand. Und das ändert sich bis zur Autobahn, also bis zur letzten Haltestelle, nur unwesentlich. Nur noch Törtchen und Heidi platzieren sich etwas entfernterer Nähe.
Ankunft in Oslo um 6.24 Uhr. Der Busfahrer sagt nichts sondern macht zum Wecken nur das Licht an.
Dienstag 10.1.
Um 5.07 Uhr am Busbahnhof erlebe ich einige Überraschungen. Der Erste steht hinter einem Unbekannten an Nummer zwei und hat – aus Respekt? – einige Meter Abstand zu seinem angestammten Platz gehalten. Gleich neben ihm hat sich ein richtiger Klumpen gebildet. Dort steht Høpner (Da ist er wieder!), Eule und eine Frau, die auf dem Bus zum Flughafen wartet und sich mit Eule unterhält. Seit Beginn meiner Busfahrten im Juni 2011 ist es das erste Mal, dass ich hier Stimmen höre! Hecke stellt sich hinter mir an und wirkt auch etwas irritiert.
Weniger kommunikativ sind dafür meine Monatskarte und das Lesegerät des Busfahrers. Nach dem dritten Versuch gibt der Fahrer auf und winkt mich so durch. Bei Hecke versucht er es öfter und ein akustisches Signal des Gerätes verrät mir schließlich Vollzug. Da habe ich mich auf meinem Platz schon häuslich eingerichtet.
Auf der Rückfahrt sitze ich wie üblich neben Hecke, nur der Gang ist zwischen uns. Plötzlich schnallt er sich ab, wirkt etwas unschlüssig und geht dann zum Busfahrer. Dieser fährt an der nächsten Ausfahrt von der Autobahn ab, telefoniert und kurze Zeit später kommt ein Krankenwagen. Hecke hatte plötzlich Schmerzen und Taubheitsgefühle auf der linken Seite und im linken Arm. Er wird in den Krankenwagen gebracht während ich seine Sachen zusammen suche und sie dem Krankenwagenfahrer bringe.
Überflüssige Busfahrdetails I
Sonntag, 05. Februar 2012Dem Statistikwahn des Arbeiderblads folgend, wollte ich eigentlich nur mal einige Busabfahrts- und ankunftszeiten, Tagestemperaturen und vielleicht den Luftdruck notieren. Es ist dann aber doch etwas mehr geworden.
Ich nutze für die Fahrten nach Oslo Busse der Timekspressen Linie 3. Morgens und am Nachmittag fahren einige sogenannte Direktbusse, die von Sarpsborg direkt nach Oslo fahren (und umgekehrt) und nicht über Moss. Mein Morgenbus fährt um 5.10 Uhr vom Sarpsborger Busbahnhof ab und hält auf dem Weg zur Autobahn bei Bedarf an den lokalen Bushaltestellen. In den Nähe des Flughafens Rygge und des Universitätstädtchens Ås hält der Bus auf den Autobahnabfahrten. Um 6.30 Uhr ist er dann fahrplanmäßig in Oslo.
Mittwoch, 4.1.
Ich erreiche den Busbahnhof um 5.07 Uhr und sehe den Ersten, Høpner und Hecke einsteigen. Einige der Dauerfahrgäste habe ich zur leichteren internen Unterscheidung mit Namen versehen. Der Erste hat nichts mit Landolf Scherzer zu tun, bildet aber immer den Warteschlangenkopf. Ich steige ein, bezahle 2650 Kronen für die Monatskarte und nehme in der vorletzten Reihe auf der Beifahrerseite am Fenster Platz. An der nächsten Haltestelle steigen u.a. Törtchen und der Mann mit dem langen Gesicht zu. Der Mann macht kein langes Gesicht, der hat eins und was für eins. Wenn er einsteigt habe ich immer das Gefühl, dass sein Kinn schon in Oslo ist.
Die Busfahrerin beginnt früh Heizkosten zu sparen, so dass ich mich schon auf Höhe Rygge unter meiner Jacke verkrieche.
Den Busbahnhof in Oslo erreichen wir um 6.23 Uhr.
Donnerstag, 5.1.
Um 5.08 Uhr erreiche in den Busbahnhof als der Fahrer gerade die Tür schließt. Per Handzeichen bremst er meinen Sprint wieder ab und erklärt als ich einsteige, dass er die Tür nur wegen der Kälte geschlossen habe. Ich nehme meinen Platz und registriere unwillig, dass der Schnarcher von gestern wieder zwei Reihen vor mir sitzt.
Nach der letzten Sarpsborger Bushaltestelle an der Autobahn, löscht der Busfahrer das Licht im Innenraum und es wird ruhig. Nur Hecke rumort noch ein bisschen. Er holt seine sauber gefaltete Decke hervor und begibt sich darunter. Während auch ich mir in Erwartung der Kälte meine Jacke überlege, sehe ich, wie sich etwas weiter vorne ein Mann im T-Shirt räkelt.
Um 6.24 Uhr erreichen wir Oslo und der Busfahrer wünscht allen „weiterhin“ einen guten Tag.
Rostock ist verschwunden
Freitag, 03. Februar 2012Das gilt jedenfalls für den Stadtplan von Oslo. Die Rostockergata lag in Gamlebyen, im Stadtteil Gamle Oslo. Ursprünglich verlief die Straße von der Bispegata nach Norden, hinein in das Eisenbahngelände. Den Namen erhielt die Straße im Jahre 1890 und lange standen zwei isolierte Höfe von 1895 in der Rostockergata im Eisenbahngelände. Im Jahre 1980 wurden diese abgerissen und der Straßenverlauf ging nun von der Bispegata bis zur Havnegata. In Verbindung mit dem Ausbau von Bjørvika (wieviele Hochhäuser kann man auf engstem Raum unterbringen?) wurde im Jahre 2007 beschlossen, dass der Name Rostockergata aus dem Straßenverzeichnis Oslo zu streichen ist und spätestens seit 2010 ist der Straßenverlauf praktisch verschwunden.