Mumin!

Mumin

Gestern war auf der Titelseite des Klassenkampfs ein Hinweis auf eine Debatte über die Mumins zu lesen. Die Debatte war dann zum Glück nur ein recht kleiner Artikel, der es aber in sich hatte.

Das erste Mal hörte ich den Begriff Mumi Troll im Rahmen des KINOproby-Projektes in Russland. Ein Band aus Wladiwostok mit dem Namen Mumi Troll spielt einen Kino Song (hier anhören). Über den Namen habe ich damals nicht weiter nachgedacht.
Als Anna geboren wurde, bekamen wir zwei Handtücher mit Mumin Motiven geschenkt und so langsam lernten wir durch Tove Janssons Bücher das ganze Tal kennen. Dirk Bachs Vorlesekunst sorgte dafür, dass in Annas Deutschwortschatz das Wort Satansbraten fest verankert ist.
Der Artikel im Klassekampen beschreibt kurz den Erfolg der Muminbücher und das am 6. Januar 1958 Aftenposten das erste Mal Mumitrollet auf Norwegisch abdruckte und damals noch völlig richtig mit einem m. Dann werden Beispiele für den Namen in einigen Sprachen aufgeführt und in allen gibt es nur ein m und davor einen langen Vokal. Irgendwann wurden in Norwegen zwei m daraus.
Stig Andersen schreibt dazu, dass irgendwann der Name des bescheidenen und friedlichen Mumitrolls zu dem fröhlichen und einfachen Mummitroll wurde. Er hält das für eine grobe Verkindlichung (grov infantilisering) und fragt – warum?
Das frage ich mich auch. Warum diese Aufregung um ein m und warum landet so etwas auf der Titelseite einer der wichtigsten Zeitungen Norwegens.
Übrigens spricht man in Norwegen den Namen Mummi (-trollet) mit langem Vokal (üü) und einem m.

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