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12. Mann

FFK

In Fredrikstad droht zwar nicht die Welt aber der Fußball unterzugehen. War vor der Saison noch der Aufstieg in die 1. Liga prognostiziert worden, wo die Mannschaft nach deren Selbstverständnis auch hingehört, so war nach einem verpufften frühen Trainerwechsel recht bald klar, dass höchstens Mittelmaß drin ist. Vor dem letzten Spieltag ist nun sogar der Abstieg noch rechnerisch möglich und deshalb forderte das Fredrikstad Blad die Einwohner auf, als 12. Mann am letzten Spieltag im Stadion zu erscheinen. Glücklich eine Stadt, die keine größeren Probleme hat, die auf der Titelseite erscheinen sollten.
Sarpsborg hatte nach gutem Start einige Schwierigkeiten in der 1. Liga, konnten den Klassenerhalt am vergangenen Wochenende aber bereits sichern. Als Zugabe gibt es dann noch das Pokalfinale gegen den neuen Meister Rosenborg.

Fußball

Während fast überall in Europa die Fußballligen ihre letzten Spieltage absolvieren, hat in Norwegen die neue Saison gerade begonnen.
Sarpsborg 08 landete im vergangenen Jahr auf dem 8. Platz (von 16) der norwegischen 1. Liga und hatte damit die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt. Logischerweise wurde der auslaufende Vertrag des Trainers nicht verlängert und stattdessen Geir Bakken verpflichtet. das ist für mich ein bisschen verwirrend, da der Geschäftsführer des Fredrikstad Fußballklubbs Geir Bakke heißt (oder umgekehrt). Jedenfalls scheint der neue Trainer auch kein schlechter zu sein. Die Sarpinger gewannen heute zu Hause gegen Haugesund 3:0 und liegen nach sieben Spieltagen mit 12 Punkten auf dem vierten Platz. Im Pokal wurden die ersten beiden Runden erfolgreich absolviert.

In Fredrikstad sieht das etwas anders aus. Der Anspruch ist hier natürlich vor den Sarpingern zu sein (größere Stadt, größeres Stadion, größerer Etat) aber leider spielt der FFK nur in der 2. Liga. Der Aufstieg wurde im Relegationsturnier verpasst. Das Fredrikstad Blad prophezeite vor der Saison den direkten Aufstieg (1. oder 2. Platz). Aber nach vier Unentschieden, zwei Niederlagen und dem Pokalaus gab es erst heute den ersten Sieg. Zu Hause wurde gegen Ranheim 3:1 gewonnen nachdem der Trainer vor einigen Tagen gehen musste.

Makspuls Clarsyn

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Rechtzeitig zur heute beginnenden Schachweltmeisterschaft zwischen Carlsen und Anand ist in Norwegen ein Donald-Duck-Heft mit Schachgeschichte erschienen. Das ist wenig überraschend, denn Norwegen fiebert wieder mit. NRK überträgt live und VG berichtet ebenfalls und lässt Unterstützerpullover stricken bzw. entwerfen. Mehr dazu hier.

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Da ich mich in der Donaldwelt nicht auskenne, kann ich die Qualität der Geschichte nicht beurteilen. Sie enthält einige schöne Elemente, wie das ständige wiederkehren von „Auffassungsgabe, Logik und Phantasie“ und auch das Überhöhen von Carlsens Fähigkeiten im täglichen Leben.

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Mit der Qualitätssicherung hat man es dann leider nicht so genau genommen. Wenn man das mitgelieferte Schachbrett so aufklappt, wie man es mit Schachbrettern gewöhnlicherweise tut, dann ist das Feld rechts unten schwarz und nicht weiß. Auf der vorletzten Seite des Heftes gibt es noch einige Informationen zum Schach und dort steht:
„Wusstest Du, dass es nicht möglich ist mattzusetzen, wenn man nur noch einen Springer und einen Läufer hat.“ Bisher dachte ich, dass das nur für mich gilt und nicht generell im Schach.

Die Bilder entstammen der norwegischen Donald Duck Ausgabe Nr. 45, 2014.

Klassenerhalt!

Sarpsborg 08 eröffnete den 27. Spieltag mit einem Auswärtssieg bei Brann Bergen. Damit können die Sarpinger drei Spieltage vor dem Saisonende praktisch nicht mehr absteigen.
Vor zwei Jahren, nach dem direkten Wiederaufstieg, war der Vertrag mit Trainer Johansen überraschend nicht verlängert worden. Stattdessen holte man einen Engländer, der vorher noch nie eine Männermannschaft trainiert hatte. Im vergangenen Jahr retteten sich die Sarpinger erst am letzten Spieltag in die Relegation. In diesem Jahr sah die ganze Saison wesentlich erfreulicher, ausgeglichener aus. Sarpsborg 08 steht nun bei 9 Siegen, 9 Unentschieden und 9 Niederlagen. Im Pokal scheiterte die Mannschaft erst im Halbfinale bei Odd Grenland. Das alles trotz des (gewinnbringenden) Verkaufs der besten Spieler: M. Elyounoussi (wird Meister mit Molde) und A. Samuel (spielt nun für das zehnfache Gehalt in China und wird dort trainiert von Sven-Göran Eriksson).
Im Verhältnis zu den Möglichkeiten also eine sehr gute Saison und damit Grund genug für den Verein, den auslaufenden Vertrag des Trainers nicht zu verlängern. Zuletzt hatten isländische Zeitungen über ein Sarpsborger Interesse an einen Zweitligatrainer der Insel berichtet. Dies wurde in Sarpsborg dementiert.

Stand nach dem 26. Spieltag, für Sarpsborg und Brann nach dem 27. Spieltag

1. Molde 65 Punkte
2. Odd 52
3. Rosenborg 48

7. Sarpsborg 36

14. Sogndal 24 (Relegationsplatz)
15. Brann 23
16. Sandnes 18

Fredrikstad, Pokalsieger 2006 und Vizemeister 2008, bemüht sich um den Wiederaufstieg. Nach einem Hänger in der zweiten Saisonhälfte ist der direkte Aufstieg nicht mehr möglich, aber ein Platz im Relegationsturnier sollte drin sein. Sonntag spielt Fredrikstad zu Hause gegen Mitkonkurrenten Bærum.
Alle Mannschaften auf den Relegationsplätzen (3.-6.) haben zur Zeit 45 Punkte.

Stand nach dem 27. von 30 Spieltagen
1. Sandefjord 62
2. Tromsø 53
3. Kristiansund 45
4. Ranheim 45
5. Fredrikstad 45
6. Bærum 45
7. Mjøndalen 44
8. Bryne 39

Schacholympiade Tromsø 2014

Im August fand in Tromsø die Schacholympiade statt und nach einigem hin und her im Vorfeld – der Weltschachverband FIDE wollte sich von den lokalen Organisatoren nicht vorschreiben lassen, dass sie sich an die eigenen Regeln halten müssen – lief wohl alles glatt. Die beiden Todesfälle während und nach der letzten Runde, können wohl nicht direkt mit dem Schachturnier in Verbindung gebracht werden.
Olympiadechef Børge Robertsen erzählte hinterher von einem siebenjährigem Kampf um die Olympiade nach Tromsø zu holen. Mit Danailov, der die Olympiade nach Bulgarien holen wollte, hatten sie einen ziemlich berüchtigten Gegner. Robertsen sagt, dass sie mit den naiven norwegischen Methoden keine Chance gehabt hätten und dass deshalb die politischen Spielchen der anderen mitmachten. Er erzählt stolz von einem Kuhhandel, der Tromsø (und Danailov) am Ende gewinnen ließ. Im Gegenzug für die Ausrichtung der Olympiade sollten die Norweger Danailov bei der Wahl zum Schachpräsidenten Europas unterstützen und auch die anderen skandinavischen Länder davon überzeugen. Danailov gewann die Wahl mit 30:24 Stimmen. Norwegens Schachpräsident Jøran Aulin-Jansson war 2010 für Norwegen bei der Abstimmung dabei und möchte den Kuhhandel weder bestätigen noch dementieren. Er sagt aber, dass er bei einer Abstimmungsrunde für einen anderen Kandidaten gestimmt hat.
Danailov ist nicht länger Schachpräsident Europas, da er die nächste verlor – vermutlich fehlten die skandinavischen Stimmen. Nun ist es der nicht weniger umstrittene Asmaiparaschwili.
Nun hat es die Schacholympiade noch einmal in die Medien geschafft, da die Chess Olympiad Tromsø 2014 AS vor dem Konkurs steht. Den Hotels Tromsøs drohen Verluste in Millionenhöhe (Kronen). Wie viel Geld fehlt ist nicht klar, da die Finanzsituation der Olympiadefirma etwas unübersichtlich ist. Unter anderem hat die FIDE vergessen die Garantiesumme von 8 Mio. Kronen zu überweisen.

Keine Olympischen Spiele in Oslo 2022

Im Sommer 2012 entschied der Norwegische Sportverband sich um die Austrag der Winterspiele 2022 zu bewerben. Im September 2013 stimmten die Einwohner Oslos mit 55,08 % für die Ausrichtung der Spiele. Nachdem einige europäische Städte ihre Bewerbungen abgebrochen oder zurückgezogen hatten, sah Oslo wie der sichere Sieger aus, da sich außer der norwegischen Hauptstadt nur noch zwei asiatische Städte unter den Bewerbern befanden (Almaty und Peking). Da die Winterspiele bereits 2018 in Asien stattfinden (Pyeongchang) war eine erneute Vergabe nach Asien unwahrscheinlich.
Somit war Oslo nicht nur ein aussichtsreicher sondern für den IOC auch wichtiger Bewerber, den das IOC nun selber aus dem Spiel genommen hat.
Die Stadt Oslo hat vom IOC einen Forderungskatalog in dem geringfügigen Umfang von 7.000 Seiten erhalten. Viele der Forderungen drehen sich um Sicherheit und die Sportanlagen. Einige der Forderungen klingen aber doch recht unwirklich und nach dem Bekanntwerden der sogenannten Bonzenforderungen, sind die Winterspiele dem gemeinen Norweger nicht mehr vermittelbar, woraufhin die Regierung ihre Zusage für ein Staatsbürgschaft in Höhe von 4 Mrd. Euro zurückgezogen hat. Damit ist die Bewerbung von Oslo geplatzt.
Während man in Norwegen der Meinung war, dass die IOC-Mitglieder behandelt werden, wie alle Sportler und ihre Kosten selber tragen müssen, hatte man da im IOC etwas andere Vorstellungen.

Kleiner Auszug aus den  Forderungen von Thomas Bach und seinem IOC:
– Alle IOC Mitglieder bekommen ein Auto mit Fahrer gestellt
– Der nichtolympische  Straßenverkehr muss begrenzt werden. Schule sollten geschlossen werden und Berufstätige Urlaub nehmen
– Auf den Straßen, die von den IOC-Oberen benutzt werden, sind eigene IOC Fahrbahnen einzurichten, deren Benutzung für alle anderen verboten ist.
– Am Flughafen eigenen Abfertigungsschalter für IOC-Mitglieder
– IOC-Chef Thomas Bach soll mit hohen Ehren auf dem Rollfeld des Flughafens in Empfang genommen werden
– Verkehrsregeln und Ampeln müssen so angepasst werden, dass der olympische Straßenverkehr Vorrang hat.
– eigenes IOC-Hotel: besonders gut geputzt, Servicepersonal muss stündig in Bereitschaft sein, um den kleinsten Fehler sofort beheben zu können, IOC-Mitglieder sollen mit einem Lächeln empfangen werden, ganztägig Bereitschaftsarzt im Hotel, in allen Zimmern ein Willkommensgruß vom lokalen Olympiachef und vom Hoteldirektor nebst Obst und Kuchen, warmes Frühstücksbuffet mit täglich wechselndem Essen, die Konferenzräume müssen direkten Zugang zum all inclusiv Bankettservice haben und ständig eine Temperatur von genau 20 Grad haben und vieles mehr
– IOC-Mitglieder werden direkt bis vor das Stadium gefahren und vom Personal zur VIP-Loge begleitet
– Im Stadion sollen die IOC-Mitglied ständig Zugang zu Speisen und Getränken von hoher Qualität haben (also keine Snacks)
– Das Angebot an warmen Essen muss regelmäßig ausgetauscht werden, da es vorkommen kann, dass ein IOC-Mitglied zweimal in der gleichen Loge essen muss
– Bereits vor der Eröffnung verlangen die IOC-Oberen einen Empfang im Schloss, bei dem das Königshaus für die Getränke aufkommt
– Alle IOC-Mitglieder bekommen ein neues Smartphone der Marke Samsung mit norwegischem Abo.

Blau-Weiß im Soll

In der norwegischen Tippeliga wurde gerade der 6. Spieltag absolviert und damit sind 20 Prozent der Saison absolviert. Sarpsborg liegt auf dem 9. Platz (von 16 Mannschaften) und definiert quasi die Mitte mit je zwei gewonnen, verlorenen und unentschiedenen Spielen und dazu ein Torverhältnis von 9:9.

2. Spieltag
Sogndal – Sarpsborg 1:1 (0:1)
0:1 (2.) Dja Djedje
1:1 (56.)

3. Spieltag
Sarpsborg – Start 1:1 (0:0)
1:0 (49.) Ernemann
1:1 (88.)

4. Spieltag
Molde-Sarpsborg 5:1 (1:1)
Einer der besten bei Molde war M. Elyounoussi, der kurz vor der Saison von Sarpsborg nach Molde wechselte.
0:1 (20.) Samuel
1:1 (26.)
2:1 (60.) Elyounoussi
3:1 (63.)
4:1 (89.)
5:1 (90.+3) Elyounoussi

5. Spieltag
Sarpsborg – Vålerenga 3:0 (0:0)
Ein riesen Ergebnis gegen Norwegens Kultklub. Die Tore zwei und drei wurden von zwei ehemaligen Spielern von Vålerenga erziehlt, die den Verein allerdings nicht freiwillig verlassen haben. Beide Spieler verzichteten auf den Torjubel. Zajic lief nach dem Tor zu seinem ehemaligen Chef Ketil Rekdal, dem Trainer Vålerengas, und drehte ihm eine Nase. Irgendwie schien er auch später noch von dieser Idee begeistert zu sein. Merkwürdigerweise revanchierte sich Rekdal (war Spieler und Trainer in der Bundesliga) nach dem Spiel in den Katakomben des Stadions indem er Zajic eine Nase drehte.
1:0 (62.) Dja Djedje
2:0 (75.) Samuel
3:0 (80.) Zajic
Bewegte Bilder zum Spiel gibt es hier. 

6. Spieltag
Odd – Sarpsborg 2:0 (1:0)
Nach dem starken Auftritt gegen Vålerenga setzte der Trainer 5 Stammkräfte auf die Bank und – wenig überraschend – kam eine glatte Niederlage dabei heraus. In Sarpsborg mögen die meisten Fans den Trainer gerade nicht besonders. Mit dem nächsten Sieg dürfte sich das wieder ändern.
1:0 (18.)
2:0 (86.)

Jurmala II

 Hier hatte ich schon kurz von Jurmala berichtet und jetzt folgt noch etwas zum Schachturnier. Da die Partien nicht mitgeschrieben wurden und sich nur noch Reste von den Partien in meinem Kopf befinden, gibt es eigentlich kaum (noch) etwas zu bereichten. Immerhin gibt es einige Bilder, die von Matiss Silis und von mir stammen.
J2_3Punkte

Ein Foto voller Punkte: Gegen Cliff Walther (vorn, mit Brille) konnte ich gewinnen und ich spielte gegen drei der vier Spieler, die in der Ecke sitzen. Mit Weiß gegen den Mann mit Hut spielt Kristaps Kretainis gegen den ich gewann und daneben spielen WIM Olga Dolgova und Yuri Agafonov gegeneinander. Gegen beide spielt ich remis.

J2_3Nullen
Foto: Matiss Silis

Ein weniger erfolgreiches Foto: Drei Niederlagen. Im Vordergrund spielt WGM Irina Sudakova gegen Vsevolod Dzjuba. Daneben spielt WGM Ilze Berzina.

Das Schnellschachturnier wurde in drei Gruppen gespielt und für mich wäre die B-Gruppe, die für Spieler mit einer Wertzahl von 1875 bis 2325 vorgesehen war, aktuell gewesen. Ich zog es aber vor in der A-Gruppe zu spielen. Das Turnier ging über 15 Runden mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten pro Partie und zusätzlich 6 Sekunden pro Zug.
Die Setzliste des A-Turniers wurde vom Weißrussen Gleizerov mit 2623 angeführt. Bei den Zahlen handelt es sich um die relativ neu eingeführten Schnellschachzahlen der Fide.

J2_Svesh

Ans Brett gefesselt: Evgeny Sveshnikov wurde sechster.

1. Runde: Blauhut – IM Maxence Godard FRA (2336 Schnellschach/2338 normal) 0-1
Trotz der Niederlage war ich nach der Partie einigermaßen optimistisch, dass sich mein Debakel in der A-Gruppe in Grenzen halten würde. Ich hatte einigermaßen mitgehalten aber dann war der Unterschied zwischen uns doch zu groß.

2. Runde: Edgars Stepins LAT (2204/2145) – Blauhut 1-0
Nachdem ich lange schlechter Stand, landete ich im Endspiel in einer Zugwiederholung, hatte leider plötzlich die Idee die Partie noch gewinnen zu können, was dann aber doch mit einer  Niederlage endete. Das tragische an dem vergebenen halben Punkt war, dass ich in er nächsten runde gleich einen kampflosen Punkt bekam.

3. Runde Blauhut w.o. +-

J2_Dolgova
Foto: Matiss Silis

4. Runde: Blauhut – WIM Olga Dolgova RUS (2165/2233) ½ – ½
Man beachte bitte den Ellenbogen im Vordergrund des Fotos – das ist nämlich meiner.
Olga Dolgova, die Frau von Alexej Shirov, kam fünf Minuten zu spät zur Partie, was bei nur 15 Minuten Bedenkzeit schon ein Vorteil für mich war. Nach ausgeglichener Eröffnung (Caro Kann) drohte ich langsam positionell am Damenflügel zu Grunde zu gehen und griff deshalb zu recht radikalen Mitteln am Königsflügel. Das Brett stand schnell in Flammen und im Stile Shirovs gegen seine Frau zu spielen, war schon lustig. Nur hatte ich, im Gegensatz zu Shirov, überhaupt keine Kontrolle, über das was ich da tat. Als es nicht mehr weiterging, opferte ich munter drauflos und hatte immerhin etwas Kompensation durch einen weißen Bauern auf g7 bei schwarzem König auf g8 und abwesenden f-Bauern. Sie verteidigte sich dann gegen Drohungen, die ich nicht einmal sah und gab Material zurück, was ich auch nicht mitbekam. Als sich die Rauchwolken verzogen hatten, zählte ich die Klötzer auf dem Brett und stellte zu meiner freudigen Überraschung fest, dass ich einen Bauern mehr statt einer Figur weniger hatte. Im Dame und Turm Endspiel forcierte ich dann das Remis durch Dauerschach, da ich nicht wieder einen halben Punkt wegwerfen wollte. Vielleicht war die Schlussstellung gewonnen. Egal, ich war zufrieden.

5. Runde: WGM Ilze Berzina LAT (2219/2265) – Blauhut 1-0
Ich habe keine großen Fehler gemacht aber reichlich Ungenauigkeiten. Die Partie ging von Anfang an bergab und ich verlor ohne je eine Chance gehabt zu haben.

6. Runde: Blauhut – Kristaps Kretainis LAT (2185/2258) 1-0
Kretainis machte schnell klar, was er wollte. Er opferte zwei Bauern und schnürte mich völlig ein. Als mir noch drei Minuten auf der verblieben waren, während er noch zehn hatte, musste ich auch noch Qualität und Bauern geben. Überraschenderweise könnte ich mich dadurch entknoten und bekam ein starkes Läuferpaar. Wir landeten schließlich in einem Endspiel mit Dame und Springer und Vorteil klar auf meiner Seite. In beiderseitiger Zeitnot stellte er den Springer ein und verlor damit eine Partie, die er wohl schon als Sieg abgehakt hatte. Nach der Partie donnerten er die Figuren jedenfalls mit so viel Energie aufs Brett, dass sie mir um die Ohren flogen. Aber für einen ganzen Punkt habe ich das gern in Kauf genommen.

7. Runde: WGM Irina Sudakov RUS (2250/2356) – Blauhut 1-0
Die Partie war analog zur 5. Runde. Von Beginn an ging es langsam aber sich der Niederlage entgegen.

8. Runde: Cliff Walther GER (2151/2190) – Blauhut 0-1
Vor der Partie hatte ich unauffällig Remis angeboten aber Cliff wollte spielen. Wenn ich mich richtig erinnere habe ich zuletzt gegen ihn im Jahre 2005 im Urlaub in Kirgisien gespielt. In einem abgelehnten Damengambit griff er mit h3 und g4 an, während es mir gelang den Springer auf f6 und den Läufer auf e7 zu tauschen, sodass die Bauern kein rechtes Zeil mehr hatten. Mein Spiel am Damenflügel war dagegen erfolgreicher.

9. Runde: Blauhut – Arturs Bernotas LAT (2260/2266) 0-1
Offenbar eine wenig beeindruckende Partie, mir fehlt jedenfalls die Erinnerung an diese.

10. Runde: Vsevolod Dzjuba LAT  (2165/2278) – Blauhut 1-0
Wir hatten ein mit Figuren vollgestelltes Zentrum aufgebaut und ich verlor als erster die Nerven und begann mit dem Abtauschen. Wie er mir nach der Partie zeigte, war der Zeitpunkt absolut richtig und die von mir gewählte Figur die falsche. Hätte ich anders geschlagen, wäre ich in einem klar vorteilhaften Endspiel gelandet.

11. Runde: Blauhut – Yuri Agafonov LAT (2099/2209) ½ – ½
Wieder mal Caro Kann und wieder begann ich am Damenflügel bedenklich zu stehen (Siehe 4. Runde). Diesmal überstand ich aber alles ohne zu radikalen Mitteln zu greifen. Nach der Partie gab mir mein Gegner seine Visitenkarte. So etwas habe ich zum ersten Mal erlebt.

12. Runde: Aivars Stasans LAT (2139/2152) – Blauhut ½ – ½
Trotz dem halben Punktes fehlt mir jegliche Erinnerung an die Partie.

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Foto: Matiss Silis

13. Runde: Blauhut – Yana Miles LAT (-/-/2085 national) 1-0
Meine Gegnerin hatte bisher alles verloren und ich wollte auch nicht der erste sein, der gegen sie etwas abgab. Die Partie begann vielversprechen. Rossolimo: 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6?! Das ist bereits eine Ungenauigkeit, da Weiß den Läufer in Regel ohnehin auf c6 abtauscht. 4.Lxc6 bxc6?! Es folgte gleich die nächste – schon ernstere – Ungenauigkeit. Im Jahre 2009 hatte ich mich mal auf diese Zugfolge vorbereitet, da sie im Sarpsborger Klub gespielt wurde und erntete innerhalb einer Woche zwei ganze Punkte damit. Deshalb verbrachte ich die ersten drei meiner 15 Minuten damit, mich an die beiden Partien zu erinnern. Nicht sehr erfolgreich. Damals gingen die Partien so weiter: 5.0-0 d5 6.d3 e6 7.c4 und es folgte Da4 nebst Se5 mit gutem Spiel. Am Deutlichsten erinnerte ich mich an Dame auf a4 und spielte deshalb 5.c3 und dann Da4. Womit ich meinen Vorteil bereits wieder weggeworfen hatte. Das Fatale war aber, dass ich die ganze Partie über dachte, ich stünde klar besser, was dann fast zum Untergang führte.
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An dieser Stelle hatten wir beide noch ca. 20 Sekunden auf der Uhr und sie war am Zug als ich plötzlich sah, dass 1…h3 2.Tf2 Kg4 3.Txf3 verliert. Aber es zwingt mich ja niemand auf f3 zu nehmen und dann ist die Stellung ausgeglichen. Zum Glück sah ich kurz danach, dass 1…h3 nicht geht weil ich mit 2.Tg3 einfach gewinnen und gerade als ich mich von dem Schock zu erholen begann, spielte sie h3 und gab zwei Züge später auf.
Da der Fotograf dieses Mal meinen Ellenbogen nicht erwischte als er meine Gegnerin fotografierte (siehe oben), gab es auch ein Foto von mir (ganz ohne Ellenbogen):

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Foto: Matiss Silis

14. Runde: Evgeny Golcman RUS (2267/2186) – Blauhut 1-0
Keine Chance gegen den 77-jährigen.

15. Runde: Blauhut – Vadims Bolsakovs LAT (2134/2135) 0-1
Mein Gegner hatte vor der Runde zwei Punkte weniger als ich und wir spielten Caro Kann. Mit dieser Eröffnung hatte ich in dem Turnier bereits zwei mal remis gespielt und ich hoffte, das bisher ganz ordentliche Turnier noch veredeln zu können.

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In den beiden Partien zuvor stand es ähnlich. Gegen Dolgova stand die schwarze Dame bereits auf c7, sodass ich mit h4 fortsetzen konnte. Ich überlegte lange an 10.g3 um h4 vorzubereiten oder den natürlichen Zug 10.Te1. Da der Turm möglicherweise auf der f-Linie etwas zu tun bekommt, zögerte ich. Um die Zeit nicht noch weiter ablaufen zu lassen, spielte ich kurz entschlossen einen natürlichen Entwicklungszug der ohnehin irgendwann kommen muss: 10.Sbd2. Das war aber der falsche Augenblick, denn nach 10…Sf4 war die Partie bereist verloren.

Nach Abzug des kampflosen Punktes und der Partie gegen Yana Miles, die keine Fide-Zahl hat, bleiben noch 3,5/13 gegen ein Schnitt von 2198 bzw. 2232 (normale Zahl). Einen Monat früher hatte ich an der Norwegischen Meisterschaft im Schnellschach teilgenommen und dort meine erste Fide-Zahl bekommen (Schnellschach): 2068. Damit hat das Turnier in Jurmala diese Zahl bestätigt und ich bin ganz zufrieden damit.

Riga/Jurmala scheint ein gutes Pflaster für Schnellschachturnier zu sein. Ende März hat Shirov dort ein weiteres Turnier organisiert. Es gewann Ivanchuk mit 13/14 und einer Performance von über 3000 vor Malakhov 10, Fridman 9,5, Bologan 9, Shirov 8,5 und van Wely 8,5.

Sarpsborg 08

In Norwegen wird wieder Fußball gespielt. Die Vorzeichen für die Saison 2014 sind mal waren mal wieder schlecht für die Sarpsborg. Überall außerhalb Sarpsborg werden sie als Abstiegskandidat Nr. 1 gehandelt und das Testspiel gegen Aufsteiger Bodø/Glimt ging am vergangenen Wochenende in Sarpsborg mit 0:2 verloren. Dazu wurde kurz vor Saisonbeginn Mohammed Elyounussi nach Molde verkauft (Hansa hat sich leider nicht bemüht). Molde gewann den Saisonauftakt am Freitag gegen Vålerenga mit 2:0 und Moi war einer der Stärksten.
Sarpsborg 08 spielte heute zu Hause gegen Brann Bergen und gewann 3:0. Vor drei Jahren hatten sie ebenfalls mit diesem Ergebnis begonnen. Damals gegen den späteren Meister Molde, bei denen Ole Gunnar Solskjær sein erstes Pflichtspiel als Trainer absolvierte. Sarpsborg stieg am Ende der Saison ab.

Sarpsborg 08 – Brann  Bergen 3:0 (2:0)
1:0 (20.) Zajic
2:0 (37.) Samuel (Elfmeter)
3:0 (54.) Samuel (Elfmeter)

Stabæk und Sarpborg führen die Tabelle an.